Aktuell in der ONEtoONE:
Schenkt man Frank Steffens Glauben, dann wird der Prospekteverteiler PNP Direktwerbung in den nächsten Wochen und Monaten für ziemlich viel Wirbel sorgen. „Nach der Loslösung von der TNT Post und dem Management-Buy-out verfolgen wir eine massive Wachstumsstrategie – mit Zukäufen und einer Fülle neuer Produkte“, sagt der Geschäftsführer. „Mein Ziel für dieses Jahr ist es, mit unseren 300 fest angestellten Mitarbeitern einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro zu erwirtschaften.“
Erst im April hat PNP Niederlassungen im Rhein-Ruhr- und im Rhein-Main-Gebiet eröffnet. Zurzeit stehen bei dem Dienstleister 18.000 Zusteller unter Vertrag, Ende des Jahres sollen es 20.000 sein. Aktuell deckt PNP 20 Prozent der Haushalte in Deutschland ab. „Um diese Abdeckung erweitern zu können, sehen wir uns nach lokalen Anbietern um, die wir übernehmen können“, sagt Steffens. Diese Übernahmestrategie soll noch im ersten Halbjahr 2010 auf das europäische Ausland ausgeweitet werden. Erste Gespräche laufen laut Steffens bereits.
Redaktioneller Anteil von 70%
PNP will es aber nicht bei Übernahmen belassen. Der Dienstleister hat mit einem Corporate-Publishing-Partner ein eigenes, wöchentlich erscheinendes Trägermedium im Zeitungsformat entwickelt. Start für die „HL Die Woche“ war laut Steffens Samstag, 24. April, im Raum Lübeck mit rund 130.000 Haushalten. Danach sollen Hamburg und das Rhein-Ruhr-Gebiet folgen. „Die Zeitung wird deutlich hochwertiger als Anzeigenblätter oder ,Einkauf Aktuell‘ sein – 16 Seiten stark und mit einem redaktionellen Anteil von 70 Prozent“, so Steffens. Redaktionell werden die Bereiche Sport, Kultur und Unterhaltung abgedeckt.
PNP wird sich damit nicht nur Freunde machen. Während die Deutsche Post das Konkurrenzprodukt noch mit einem großzügigen Lächeln beobachten dürfte, könnte sich vor allem bei den lokalen Anzeigenblättern Unmut regen. Zu allem Überfluss plant PNP derzeit auch noch, eigene Themenmagazine herauszubringen oder Lizenznehmer bestehender Titel zu werden. Das könnten laut Steffens Magazine für Oldtimer-Freunde, für Fußballfans oder eine Zeitschrift zum Thema Gesundheit werden.
Und es geht noch weiter: PNP will im dritten Quartal dieses Jahres ein Payback-System installieren, das Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen bietet, die über kein so großes Werbebudget verfügen. Steffens: „Ich denke in diesem Zusammenhang an eine Umsatzrückvergütung, das heißt, wir würden dann an den durch die Prospektwerbung erhöhten Umsätzen beteiligt.“ PNP will damit Neukunden ansprechen, die bisher noch nicht in Prospekte investiert haben. Das könnte nach Meinung von Steffens zum Beispiel für Unternehmen aus der Tourismusbranche und für kleinere Parfümerien interessant sein.
Wer sich übrigens fragt, wofür das Buchstabenkürzel PNP steht, wird enttäuscht. PNP nutzt lediglich die phonetische Nähe zu TNT. Aber wofür steht eigentlich TNT? Steffens konnte es im Interview spontan nicht beantworten. Ein Blick auf die internationale Homepage verrät, dass TNT nach dem Gründer Ken Thomas in Australien benannt wurde: Thomas Nationwide Transport. Das dürfte Steffens bei der Namensfindung nicht unbedingt weiterhelfen. Die Kunden können ihm aber gern ein paar Vorschläge für PNP unterbreiten.
Quelle: ONEtoONE 05/10
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